Die 16 Siegergeschichten der zweiten Ausschreibung!
 

Kerstin Schmidt - Sie blieb
Gerald Friese - Pegasus
Kerstin McNichol - Ein gelungener Erfolg
Sabrina Železný - Die Jagd nach Eldorado
Christoph Schröder - Adamantiana
Gregor Eder - Engel
Alessandra Reß - Neophyt auf Eden
Markus Hell - Die Expedition
Daniel Schlegel - Pulsar
Manfred Voita - Starthilfe
Sascha Schlüter - Ein blinder Passagier
Michael Rapp - Marktbesuch
Christoph Sackmann - Lebensfäden
Robert von Cube - Oohm
Matthias Bäßler - Der Wächter im Mahlstrom
Peter Daş - Kelia - Die Liebe

 

"Intergalaktisches Seemannsgarn" erschien am 25. November 2013 als E-Book und sit aufgrund der großen Nachfrage seit dem 22. September 2014 als Taschenbuch verfügbar.


 

http://www.ohneohren.com/


Leserbewertungen:


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich

5.0 von 5 Sternen Kleine, feine intelligente SiFi Kurzgeschichten, 5. Februar 2014
Wer auf kleine, feine, intelligente z.T. bezaubernde SiFi-Geschichten steht, ist hier genau richtig.

Kein Mord- u. Totschlag, diese Geschichten kommen ohne "Reisser" aus.

* Sie blieb v. Kerstin Schmidt

Superkurze Kurzgeschichte - Ein einsamer Sternschnuppenfischer findet einen Freund. Bezaubernd!

* Pegasus v. Gerald Friese

Pegasus, Sohn der Medusa wird zur Muse eines Journalisten, der eine Schreibblokade hat. Mystisch, Klasse!

* Ein gelungener Erfolg

Eine Reise zum Neptun, zum Wohle der Menschheit und die Ehrung der Astronauten. Traurig, mit Wow-Effekt - Spitze!


* Die Jagd nach Eldorado

Ein Raumfahrtpilot, der einen anderen auf`s Glatteis führt. Tut mir leid, die Geschichte hab ich nicht verstanden :-(

* Adamantiana v. Christop Schröder

Ein Frachterpilot hat vor 40 Jahren Außerirdische kennengelern. Heute sollen sie die Erde besuchen. Ist die Menschheit für solch ein Treffen bereit?

Hochintelligent - meine Lieblingsgeschichte!

* Engel v. Gregor Eder

In einer Bar werden Geschichten erzählt. Ein Kapitän erzählt von seinem Engel der ihn gerettet hat. Niemand glaubt ihm. Wunderschön!

* Neophyt auf Eden v. Alessandra Reß

Außergewöhnliche Menschen können zu Engeln werden die dann in Eden, der Wolkenstadt leben. Erstrebenswert?

Grausam und große Klasse!

* Die Expedition v. Markus Hell

Auf einem fremden Planeten soll nach einer intelligenten Zivilisation gesucht werden. Doch dort gibt es nur Bäume und niedere Tiere - wirklich?

Hab selten so eine schlaue, sozialkritsche Story gelesen. Brillant!

*Pulsar v. Daniel Schlegel

Ein Navigator verfällt fast der Faszination des Todes. Phantasie pur!

* Starthilfe v. Manfred Voita

Ein Genetiker wird versehentlich auf einem fremden Planeten zurückgelassen, was macht er? Wow-Effekt - Super!

* Ein blinder Passagier v. Sascha Schlüter

Da hat ein Bayer ein Liebeslied auf seine geleibte "Brezn" geschrieben. Spaßig!

* Marktbesuch v. Michael Rapp

Die Macht der Werbung, pure Abzocke - gar nicht mal so weit hergeholt. Genial!

* Lebensfäden v. Christoph Sachmann

Sklavenarbeiter wünscht sich ein bisschen Glück u. Wohlstand. Ganz verstanden hab ich`s nicht :-(

* Oohm v. Robert von Cube

Ein Raumschiff muß sich entscheiden, welchem Herrn es dient. Super - man fühlt mit.

* Der Wächter im Mahlstrom v. Matthias Bäßler

Erinnerte mich ein bischen an den Teufel mit den drei goldenen Haaren, als der gierige König vom Fährmann die Bootsstange in die Hand gedrückt bekommt. Schön!

* Kelia - Die Liebe v. Peter Da

Ein ehemaliger Sklave läßt sich nicht mehr benutzen. Beeindruckend!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein



1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartige, spannende SciFi-Geschichten, 22. April 2014
Die Anthologie ist insgesamt sehr gut gelungen.
Das Tolle daran ist, dass sich keine Geschichte auch nur irgendwie ähnelt.
Es gibt viel Spannung, viele tolle Ideen und die Autoren nehmen einen auf ereignisreiche, überraschende, bunte, aufregende, berührende und auch witzige Reisen in ihr Universum mit.
Ich finde die Auswahl der Geschichten prima und es hat mir wirklich sehr viel Spaß gemacht, sie zu lesen.
Oft konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich habe es auf zwei Mal ausgelesen.
Jeder, der Science Fiction liebt, sollte dieses Werk in seiner Sammlung haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Intergalaktisches Seemannsgarn, 20. Februar 2014
In der zweiten Anthologie des OhneOhren Verlags geht es in 16 Kurzgeschichten um das Intergalaktische Seemannsgarn, das alles zusammenhält.
Die Geschichten sind sehr vielfältig und spannend. Man kann das Buch kaum weglegen, denn eine Geschichte geht doch noch.
Wer Abwechslung haben möchte und Lust hat sich auf ein Intergalaktisches Abenteuer einzulassen, der sollte sich dringend diese Anthologie holen!
Es lohnt sich!
Einen Stern Abzug (eigentlich nur einen halben, aber das geht leider nicht), da mir der Größtteil der Geschichten wirklich gut gefallen hat, aber es auch Geschichten gab, die sich mir nicht ganz erschlossen haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rezension zu "Intergalaktisches Seemannsgarn", 10. Februar 2014
16 Autoren und 16 Geschichten die über das verschiedenste Intergalaktische Seemannsgarn zu berichten haben. Mal was zum Schmunzeln, dann welche zum Nachdenken, für Gänsehaut war auch gesorgt, tiefgründig, spannend und mit Seemannsgarn gestrickt. Die Geschichten haben soweit die gesamte Bandbreite versorgt.

Wie es bei Sammlungen immer ist, die einen haben mir mehr, die anderen weniger gefallen. Aber richtig schlechte Geschichten waren nicht dabei. Es hat mir gefallen, die einzelnen Ideen und Umsetzungen der Schriftsteller zu lessen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

 Buchempfehlung: SPACE 2012

Wie jedes Jahr gibt der Verein zur Förderung der Raumfahrt (VFR e.V.) auch in diesem Jahr das Jahrbuch SPACE heraus, in welchem detailliert über das vergangene Raumfahrtjahr berichtet wird.

Das vergangene Raumfahrtjahr (gezählt von Oktober 2010 bis August 2011)hatte es in sich: Das Ende der Shuttle-Ära, der zweite Start der Falcon 9 und eine Menge unbemannte Satellitenstarts lieferten genug Material für ein ausführliches Jahrbuch SPACE 2012, welches dieses Jahr sogar in Farbe herausgegeben wurde.

Das Jahrbuch beginnt mit einem Artikel über Sonja Rohde, der voraussichtlich ersten deutschen im All. Sie plant, Ende 2013 als eine der ersten im privaten Raumschiff SpaceShipTwo mitzufliegen. Neben der Technik ihres Raumschiffs wird auch über die restliche private Raumfahrt berichtet, welche für die Zukunft einiges plant.

Gleich zwei Artikel widmen sich dem US-Amerikanischen Space-Shuttle. Im Nachruf „Der letzte Countdown“ wird zum einen über die vielen Mitarbeiter berichtet, die nach dem Ende des Programms ihren Job verloren habe. Aber auch die Lücke zwischen dem Shuttle-Programm und einem Nachfolgeprogramm spielt eine Rolle. Im zweiten Artikel, der „Shuttle-Trivia“ werden verschiedene kuriose Fakten aus dem Programm vorgestellt, so ist zum Beispiel erstaunlich viel Prominenz mit dem bekannten Raumschiff geflogen.

Weitere größere Themen sind unter anderem die aufstrebende Raumfahrtmacht China und die mögliche Erforschung des Planeten Uranus durch eine unbemannte Sonde.

Im zweiten Teil des Buches wurden die drei Gewinner des Science Fiction Wettbewerbes veröffentlicht. Die drei Geschichten „Ursprünge“ von Thomas Jordan, „Woher stammen wir“ von Kerstin McNichol sowie „Mann auf dem Mars“ von Sabrina Moriggl entführen in die Welt der Fiktion und benutzen dafür teilweise sehr futuristische Raumfahrttechnologien.

Die eigentliche Jahreschronik berichtet über so ziemlich alles, was in der Raumfahrt zwischen Oktober 2010 und August 2011 geschehen ist. Und das war nicht wenig: Bei den Wissenschaftsmissionen startet unter anderem die zweite chinesische Mondsonde Chang’e 2 , die Sonde Deep Impact besuchte im Rahmen der EPOXI-Missionsverlängerung EPOXI, Messenger kam am Merkur an und die Sonde Juni machte sich auf ihren Weg zum Jupiter.

Auch die bemannte Raumfahrt stand nicht still: Neben dem bereits erwähnten Shuttle-Programm, welches dieses Jahr sein Ende fand feierte Russland 50 Jahre bemannte Raumfahrt mit einem besonderen Logo für die Mission Sojus TMA-21. Aber nicht alles ging glatt: Der Flug des Raumschiffs Progrss M-12M scheiterte. Über alle diese Missionen und vieles mehr wird ausführlich berichtet, so dass kaum Fragen offen bleiben.

Der letzte Teil des Jahrbuchs präsentiert unter anderem eine Statistik der verschiedenen Starts des Jahres 2010, von denen es insgesamt 74 gab. Neben einer anschaulichen Aufbereitung der Daten in verschiedenen Diagrammen sind die einzelnen Starts auch in einer Tabelle nach Missionstyp geordnet mit vielen Informationen dargestellt. Zu guter Letzt sind auch viele Bilder zu sehen, die das vergangene Raumfahrtjahr mehr oder weniger geprägt haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Buch SPACE 2012 gut als Lektüre für raumfahrtbegeisterte Leser geeignet ist, die sich über die Geschehnisse des letzten Jahres informieren wollen.

SPACE 2012
Eugen Reichl und Stefan Schiessl
VFR e.V.
ISBN 978-3-00-035029-0

 

 

Woher stammen wir?

Desorientiert blickte sie auf den Wecker neben ihrem Bett. Wütend fragte sie sich, wer es wagte in Mitten der Nacht an ihrer Haustür Sturm zu läuten. Obwohl sie davon ausging, dass es ein Bekannter war, wollte sie kein Risiko eingehen. Langsam näherte sie sich der Haustür. Krampfhaft hielt sie den Griff des langen Küchenmessers in der Faust. Das Herz raste vor Aufregung. Der Störenfried wecheselte mittlerweile zwischen klingeln und klopfen ab.

„Maddy! Bitte mach auf!“, dröhnte die gehetzte Stimme gedämpft durch die Tür.

Maddy erschrak. Sie kannte die Stimme. Es war ihr alter Professor. Doch was hatte er zu dieser Stunde hier verloren? Alle Vorsichtsmaßnahmen waren vergessen. Rasch öffnete die ehemalige Studentin die Tür.

Obwohl sie sich seit Jahren nicht mehr gesehen hatten, hielt er sich nicht mit Höflichkeitsfloskeln auf. Unaufgefordert schob er sich an Maddy vorbei und verschloss sofort die Tür hinter sich. Die Aktentasche hielt er fest an sich gepresst.

Maddy wurde es unheimlich. Sie machte sich Vorwürfe auf sein drängeln reagiert zu haben. War es auszuschließen, dass der Professor den Verstand verloren hatte? Das Auftreten und die Körperhaltung sprach zumindest dafür. Er wirkte wie ein gehetztes Tier. Die Augen waren weitaufgerissen und in ihnen lag ein fiebriger Ausdruck. Alles in allem wirkte er sehr angespannt; geradezu verängstigt.

Bevor sie ihn verurteilte, sollte er sich erklären. Ohne triftigen Grund, wäre er nach alle diesen Jahren nicht aufgetaucht. Schon gar nicht um diese Zeit und mit einem derartigen Gebaren. Irgendetwas war geschähen, dass ihn dermaßen agieren ließ.

Mit einer einladenden Handbewegung bot sie ihm einen Platz auf dem geräumigen Sofa an. Entschlossen schüttelte er den Kopf und drückte die Aktentasche noch enger an sich.

„Wir können nicht hier bleiben! Wir müssen uns an einem sicheren Ort begeben. Sie werden mich bestimmt verfolgt haben. Wenn wir Glück haben, dann wissen sie nicht in welche Wohnung ich gegangen bin. Wir müssen mit deinem Wagen zu meinem Refugium fahren!“

Die Stimme des Professors war klar und methodisch, wie sie es in Erinnerung hatte. Allerdings waren die Worte, alles andere als normal. Augenblicklich bekam Maddy eine Gänsehaut. Offenbar war der Professor doch nicht mehr ganz bei Trost. Sein Verhalten vermittelte ihr den Eindruck, dass der von Agenten verfolgt wurde. So etwas gab es nur im Kino.

Maddy war die Situation unangenehm. Auf keinen Fall wollte sich in etwas verwickeln lassen. Für sie stand zu viel auf dem Spiel, sollte man man sie mit dem falschen Personenkreis assoziierte. Viel hatte sie geopfert, um ihre Position im Raumfahrt Programm zu erhalten. Schon der geringste Verdacht in regierungsfeindliche Machenschaften involviert zu sein, konnte ihr die Karriere kosten. Ihr hoher Sicherheitsstatus gestattete es nicht, mit fragwürdigen Angelegenheiten in Verbindung gebracht zu werden. Maddy war gezwungen auch in ihrem Privatleben ein unbeschriebenes Blatt zu bleiben.

Doch  der Anblick ihres ehemaligen Mentors weckte ihr Mitgefühl. Letztendlich war es seiner entschlossenen Fürsprache zu verdanken, dass sie ihre heutige Stellung inne hatte. In gewisser Weise fühlte sie sich ihm gegenüber verpflichtet. Also gestattete sie ihm einen weiteren Erklärungsversuch, bevor sie ihn hinaus warf.

Der Professor wußte auch ohne Worte, in welch eine prikäre Situation er sie durch sein bloßes Erscheinen gebracht hatte. Auffordernd hielt er ihr die Aktentasche entgegen.

„Es ist alles darin!“, flüsterte er leise, als er die Tasche übergab. „Mein gesamtes Lebenswerk. Mir ist es nach über vierzigjähriger Recherche gelungen unumstößliche Beweise zu bekommen. Der Ursprung unseres Lebens fand seinen Anfang auf einem anderen Planeten. Unnötig zu erwähnen, dass die Regierung meine Entdeckung totschweigen will. Und damit meine ich es im wörtlichen Sinne. Maddy, ich befinde mich in Lebensgefahr.“

Ungläubig starrte sie den Professor an. Sie konnte nicht glauben, was er behauptete. Umgehend öffnete die Physikerin die Aktentasche. Wie erwartet, bestand der Inhalt aus Computerausdrucken und Datenträger. Unmöglich konnte sie die Aufzeichungen auf die Schnelle auszuwerten. Prüfend blickte sie den Professor an und schüttelte den Kopf.

„Professor, ich bitte sie. Diese Theorie, dass wir unsere Existenz und Technologie von Bewohnern eines anderen Sterns verdanken, ist uralt und abgedroschen. Diese Behauptung war vor Dekaden einmal ein heißes Eisen. Es war skandalös und revolutionär. Die Bücher zu diesem Thema waren kontroverse und lösten eine gewisse Hysterie aus. Doch heute ist es nichts weiter als ein lahmes Thema, dass niemand mehr richtig ernst nimmt. Mittlerweile fließt bereits in dem allgemeinen Schulunterricht ein. Der Lehrplan reisst sogar die These an, dass die untergegangen Hochkulturen ihre enormen Konstruktionen, Bauwerke und religöse Verehrungen der Technologie von Besuchern eines fremden und unbekannten Sterns zu verdanken haben. Ich persönlich halte nichts von diesen Behauptungen. Nur weil es uns immer noch nicht gelungen ist, eine plausible Erklärung für die Fertigstellungen ihrer Errungenschaften zu liefern, heißt es noch lange nicht, dass Aliens dafür verantwortlich sind. Die gegenwärtige Wissenschaft ist eben noch nicht so weit. Leider sind wir zu arrogant zuzugeben, dass uns offensichtlich die eine oder andere Hochkultur um einiges voraus war.“

Sie machte eine kleine Pause und reichte ihm die Aktentasche wieder entgegen.  „Tut mir leid,Professor. Doch ich sehe keine Veranlassung ihnen zu helfen! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand deswegen ihr Leben bedroht.“

Mit einem freundlichen Lächeln, wies sie ihn an nach Hause zu gehen und sich ein paar Tage Ruhe zu gönnen.

Versöhnlich fügte sie hinzu: „Wie sie wissen, war ich die Leiterin des Rover-Projektes. Die Bilder, die uns der unbemannte Rover von der Oberfläche unseres Nachbarplanets lieferte, waren beeindruckend. Doch kann ich ihnen versichern, dass wir keine Anzeichen für Leben gefunden haben. Der Planet besteht aus einer Wüste. Die Atmosphäre ist lebensfeindlich. Nichts deutet darauf hin, dass der Planet jemals bewohnt war.“

Der Professor blieb beharrlich. Sein Anliegen war ihm einfach zu wichtig. Er mußte seine ehemalige Studentin unbedingt, von seiner bahnbrechenden Entdeckung überzeugen. Also setzte er alles auf eine Karte.

„Ihr habt an der falschen Stelle gesucht. Die Rover-Mission wäre erfolgreicher gewesen, wenn ihr mit der Suche auf dem Mond begonnen hättet.“

Um seine Behauptung zu unterstreichen, griff er in die Manteltasche und zog einen ungefähr handtellergroßen Gegenstand hervor. Andächtig reichte er es der überraschten Frau.

Neugierig nahm Maddy es an und beäugte es ausgiebig. Etwas Derartiges hatte sie ihn ihrem Leben nicht gesehen. Die Schrift, auf der mit kleinen Tasten überzogenen Apparatur, wirkte fremdartig und unbekannt. Stumm observierte der Professor ihre Reaktion. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen, presste er eine der Tasten. Fasziniert weiteten sich Maddys Augen, als sie das Display aufleuchten sah. Sie wusste nicht, was sie sagen sollte. Neugierig drückte sie einige Tasten und erkannte zu ihrer Begeisterung, dass dieselben Schriftzeichen im Display erschienen. Es gab kein Zweifel, dass dieses Gerät einen bestimmten Zweck diente. Doch woher stammte es? Und was bedeuteten diese eigenartigen Schriftzeichen?

Maddy warf ihre Bedenken über Bord. Offenbar war ihr ehemaliger Mentor auf eine Sensation gestoßen.

„Wo haben sie das her?“, fragte sie ohne ihre Augen von dem Gerät zu wenden.

Sie konnte seinen verkniffenen Gesichtsausdruck nicht sehen. Er wusste, in welche Gefahr er sie ohnehin gebracht hatten, deshalb sah er keine Veranlassung sie jetzt nicht weiter einzuweihen.

„Wie du weißt, gibt es diesen berühmten Hangar in der Wüste. Dort soll sich angeblich ein Alien-Schiff befinden.“

Nun hatte er ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Trotz ihrer Position, war es ihr immer noch nicht gelungen Akteneinsicht zu erhalten. Diese Alien-Geschichte war es letztendlich, die sie dazu gebracht hatte, diesen Berufsweg einzuschlagen. Sollte sie heute die Wahrheit erfahren?

Verlegen kratzte sich der Professor am Kopf, als er sein Geständnis ablegte.

„Das der Hangar ein Alien Schiff beherbergt, ist nichts weiter als ein hartnäckiges Gerücht. Doch das Gerät, das du in den Händen hältst, gehört zu den dort gelagerten Artefakten. Vermutlich wird dieses gar nicht vermisst, da der Hangar voll von diesen und ähnlichen Geräten ist. Mir ist es allerdings gelungen ein authentisches Alien-Schiff zu finden.“

Maddy ließ das Gerät in ihrer Hand sinken und blickte den alten Mann prüfend an.

„Wollen Sie etwa damit sagen, dass sie wirklich, das beweisen können, was sie vorhin behauptet haben?“

Er nickte und blickte sie fest an. Der fiebrige Ausdruck in seinen Augen war verschwunden. In ihnen spiegelte sich wissenschaftliche Nüchternheit.

„Ich will es sehen!“, entschlossen sah sie ihr Gegenüber an.

„Darauf habe ich gesetzt, deshalb bin ich gekommen. Doch vergiss nicht, wir müssen vorsichtig sein. Ich bin kein verwirrter alter Mann, der Geschichten über eine Regierungsverschwörung erfindet. Die Bedrohung ist real. Wenn du dich mir anschließt, dann begibst du dich in dieselbe Gefahr, wie ich. Ich wollte nur, dass du dir dessen bewusst bist.“

Maddy nickte.

„Professor, ich weiß genau, worauf ich mich einlasse. Seit meiner frühsten Kindheit, wollte ich den Beweis für die Existens von Aliens finden. Wäre es nicht faszinierend, wenn wir unumstößlich belegen könnten, dass an den alten Legenden und Mythen, doch etwas dran ist? Dass vor Jahrtausenden, die ersten Siedler von einem anderen Planten unseres Sonnensystems hier landeten und mühevoll eine neue Kultur begannen. Und das, trotz ihrer weiten Anreise ihre Technologie nicht so hochentwickelte war, um die ihr Vorhaben erfolgreich durchzuführen. Naturkatastrophen, Kriege und Revolutionen taten ihr übriges bei der Zerstörung der alte Kulturen. Die Technologie und das Wissen um sie, ging verloren. Mühsam und langsam entwickelte sich über die Jahrtausende unsere Gesellschaft. Erst durch selektive Weiterentwicklung, gelangten wir zu den technologisch hochgestellten Status, den wir nun erreicht haben. Als Wissenschaftlerin bin ich der Wahrheit verpflichtet. Und deshalb werde ich ihnen helfen, die Wahrheit über unsere Wurzel zweifelsfrei an die Öffentlichkeit zu bringen. Keine Regierung kann uns jetzt noch davon abhalten, dieses zu tun.“, rechtfertigte sie ihren Sinneswandel.

Der Professor zeigte sich zufrieden. Auf mehr hatte er nicht hoffen können. Maddy mit an Bord zu haben, war eine unheimlich Erleichterung. Doch zunächst galt es erst einmal unbemerkt aus der Stadt zu verschwinden und zu seinem geheimen Versteckt zu gelangen. Maddy sollte mit eigenen Augen sehen, worauf sie sich einließ und wofür sie kämpfte. Heute Nacht würde sich ihr Kindheitswunsch erfühlen. Sie würde nicht nur ein außermarsianisches Raumschiff sehen, sondern dieses auch betreten und näher untersuchen.

Der Professor war erleichtert eine Verbündete gefunden zu haben, die nicht nur seinen Intellekt sondern auch seine wissenschaftliche Integretät besaß. Gemeinsam mußte es ihnen gelingen, die Geschichte des Mars umzuschreiben. Sie würden nicht ehr ruhen, bis sie alle Puzzelteile zusammen hatten, die zweifelsfrei bewiesen, dass die Enstehung des Lebens auf dem Mars seinen Ursprung auf einem Planeten hatte. Möglicherweise sogar auf ihrem Nachbarplaneten, der Erde!

 

 
Erstellen Sie eine kostenlose Website mit Yola.